NEWSAndré Fedorow

The Cryptex live in der Barnaby’s Blues Bar

Live / Konzertbericht

The Cryptex · Barnaby’s Blues Bar

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The Cryptex live at Barnaby’s Blues Bar

Es gibt Momente im Leben eines Musikers, in denen man einen Raum betritt und augenblicklich das Gefühl hat, jemand hätte die Uhr um dreißig Jahre zurückgedreht. Nicht unbedingt, weil die Einrichtung besonders nostalgisch wäre, sondern weil gewisse räumliche Gegebenheiten Erinnerungen wachrufen, die man eigentlich längst sorgfältig im Archiv seiner musikalischen Vergangenheit abgelegt hatte. Als ich am gestrigen Abend Barnaby’s Blues Bar betrat, war genau das der Fall.

Als Progressive-Rock- und Doom-Metal-Musiker habe ich bereits Anfang bis Mitte der Neunziger mit meiner damaligen Band Grief of God so manche Bühne bespielt. Wobei der Begriff „Bühne“ damals gelegentlich recht großzügig ausgelegt wurde. Manchmal reichte schließlich schon eine freie Ecke, eine Steckdose und die optimistische Annahme, dass sich Schlagzeug und Publikum irgendwie arrangieren würden.

Besonders lebhaft erinnere ich mich an einen Auftritt im alternativen Café Extrem, vermutlich in Wolfsburg. Ein kleines, gemütliches Etablissement, dessen Besucher offenbar nicht ausnahmslos darüber informiert waren, dass an diesem Abend eine Band auftreten würde. Bereits beim Soundcheck kam die unvermeidliche Frage, ob man das Schlagzeug nicht etwas leiser machen könne. Wohlgemerkt: Das Schlagzeug war nicht einmal mikrofoniert. Man hätte unserem Drummer vermutlich nur noch nahelegen können, seine Trommeln künftig mit Wattebäuschen zu bearbeiten. Oder gleich auf ein gepflegtes Schachspiel umzusteigen.

Jedenfalls waren die Erinnerungen an diesen Abend noch erstaunlich präsent, als ich die räumlichen Verhältnisse in Barnaby’s Blues Bar genauer betrachtete. Die sogenannte Bühne entpuppte sich als eine leicht erhöhte Fläche, auf der normalerweise Tische und Stühle stehen. Zwischen dieser improvisierten Konzertplattform und dem Tresen blieb gerade genug Platz für eine Reihe Barhocker und einen schmalen Durchgang. Wer gehofft hatte, sich unmittelbar vor der Band zu positionieren, musste entweder über außergewöhnliche anatomische Fähigkeiten verfügen oder sich mit einem Platz seitlich der Bühne beziehungsweise im Eingangsbereich begnügen. Optimale Sichtverhältnisse sehen anders aus.

Nun ist Barnaby’s Blues Bar durchaus dafür bekannt, regelmäßig gute Livemusik anzubieten. Dennoch beschlich mich angesichts dieser räumlichen Situation eine gewisse Skepsis. Denn wer selbst jahrelang auf Bühnen gestanden hat, weiß, dass kleine Räume akustisch ausgesprochen eigensinnig sein können. Ein Schlagzeug, das sämtliche anderen Instrumente zum Frühstück verspeist, Gitarren, die irgendwo zwischen Wand und Decke verschwinden, und ein Gesang, der verzweifelt versucht, sich seinen Weg durch das akustische Durcheinander zu bahnen. Kurz gesagt: beste Voraussetzungen, eine hervorragende Band unfreiwillig in eine schlecht organisierte Geräuschkulisse zu verwandeln. Und genau das wäre bei einer Formation wie The Cryptex besonders bedauerlich gewesen.

Sound & Atmosphäre

Ein Schlagzeugschlag, der sämtliche Zweifel beseitigte

Glücklicherweise sollte sich meine anfängliche Skepsis als vollkommen unbegründet erweisen. Bereits kurz vor Konzertbeginn hatte sich eine erfreuliche Anzahl von Fans eingefunden. Menschen, die offensichtlich ganz bewusst gekommen waren, um The Cryptex zu erleben.

Und dann setzte Drummer Markus Kleiner zum ersten Schlag auf sein Schlagzeug an. Ein einziger Schlag genügte, um mir klarzumachen, dass hier Menschen am Werk waren, die ihr Handwerk verstanden. Was aus der Beschallungsanlage kam, war kein unkontrolliertes Donnerwetter, sondern ein erstaunlich präziser, differenzierter und hervorragend auf die räumlichen Gegebenheiten abgestimmter Sound. Selbst an meinem Platz seitlich der Bühne war das Klangbild ausgezeichnet.

Wer regelmäßig Konzerte besucht, kennt das Problem: Seitlich einer Bühne hört man häufig vor allem den unmittelbaren Bühnenschall. Das Schlagzeug scheppert, Gitarrenverstärker entwickeln ein bemerkenswertes Eigenleben und vom eigentlichen Gesamtmix bleibt bestenfalls eine ungefähre Vorstellung. Nicht so an diesem Abend. Die Frequenzabstimmung, die Ausrichtung der Beschallung und das Zusammenspiel der Instrumente funktionierten ausgesprochen gut.

Eigentlich hätte mich das nicht überraschen dürfen. The Cryptex waren schon immer eine Band, die Professionalität nicht von der Größe einer Bühne abhängig machte. Gemeinsam mit ihrem Team bewiesen sie eindrucksvoll, dass technische Qualität keine Frage der Quadratmeterzahl ist. Selbst eine durchdachte Lichtshow hatte man in diesem überschaubaren Raum untergebracht. Kleine Moving Heads, deren Dimensionen der begrenzten Bühnenfläche angepasst waren, sorgten für atmosphärische Akzente, ohne dass man befürchten musste, ein Musiker könnte versehentlich von einem ausgewachsenen Beleuchtungsapparat erschlagen werden. Alles wirkte durchdacht, und plötzlich war aus meiner anfänglichen Skepsis echte Vorfreude geworden.

Der Auftakt

Everglow

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Opening with Everglow

Nach einem ausgesprochen eigenwilligen Intro, das man wohl am besten mit einem wohlwollenden Augenzwinkern quittierte, eröffneten The Cryptex ihr Konzert mit „Everglow“, einem 2025 veröffentlichten Song. Eine ausgezeichnete Wahl.

Sänger, Bassist und Pianist Simon Moskon übernahm zunächst den Bass und machte gemeinsam mit seinen Mitstreitern vom ersten Moment an deutlich, dass hier keine Feierabendkapelle zur musikalischen Untermalung des nächsten Getränks angetreten war. Die Performance wirkte kontrolliert, musikalisch geschlossen und dennoch angenehm lebendig. „Everglow“ bot einen gelungenen Einstieg, der dem Publikum Gelegenheit gab, sich auf die besondere musikalische Welt dieser Band einzulassen.

Die bereits anwesenden Fans waren selbstverständlich sofort dabei. Aber auch unter den übrigen Gästen bemerkte man zunehmend interessierte Blicke in Richtung Bühne. Hier geschah offenbar etwas, das über die übliche musikalische Begleitung eines Kneipenabends hinausging.

Härte & Dynamik

Cobra

Mit „Cobra“ vom Album Nimbus änderte sich die musikalische Gangart anschließend ziemlich deutlich. Falls bis dahin noch jemand geglaubt hatte, The Cryptex würden sich ausschließlich im vertrauten Terrain des bombastischen Art- und Progressive Rock bewegen, durfte seine Einschätzung nun freundlich, aber bestimmt überdenken.

„Cobra“ gehört zu jenen Kompositionen, die den etwas anderen Charakter von Nimbus besonders deutlich machen. Härtere Metal-Elemente, Growling und klare Gesangspassagen wechseln einander ab und verleihen dem Stück eine Intensität, die sich bewusst von früheren Veröffentlichungen abhebt. Gerade diese stilistische Offenheit macht für mich einen wesentlichen Reiz des Albums aus. Live entwickelte der Song eine geradezu unwiderstehliche Dynamik.

Markus Kleiner bearbeitete sein Schlagzeug mit einer Präzision, die stellenweise an ein hervorragend gewartetes Maschinengewehr erinnerte. Allerdings an eines mit ausgesprochen gutem Rhythmusgefühl. Simon Moskon wechselte souverän zwischen den unterschiedlichen gesanglichen Ausdrucksformen, während The Entity an der E-Gitarre für eine bemerkenswert dichte Klanglandschaft sorgte.

The Entity ist übrigens tatsächlich der Name dieses geheimnisvollen Gitarristen, dessen wahre Identität offenbar bestens gehütet wird. Das erinnert ein wenig an den amerikanischen Gitarrenvirtuosen Buckethead, der mit weißer Maske und seinem berühmten umgedrehten Hähncheneimer auf dem Kopf eine ganz eigene Bühnenfigur geschaffen hat. Bei Buckethead weiß man inzwischen immerhin, wer unter der Verkleidung steckt. Bei The Entity bleibt die Angelegenheit deutlich mysteriöser. Gerüchten zufolge stammt er aus Texas. Allerdings soll es sich dabei nicht zwangsläufig um jenes Texas handeln, das wir auf gewöhnlichen Landkarten finden. Möglicherweise liegt sein Heimatstaat in einer anderen Dimension. Wer weiß das schon? Ich würde jedenfalls davon abraten, ihn nach seiner Postleitzahl zu fragen.

Musikalisch gab es dagegen keinerlei Geheimnisse. Die Gitarrenarbeit war präzise, atmosphärisch und fügte sich hervorragend in das Gesamtbild ein. Auch die Lichttechnik unterstützte die Dramaturgie des Stücks eindrucksvoll. Spätestens jetzt hatten The Cryptex die Aufmerksamkeit des gesamten Raumes gewonnen. Ob man nun ausgesprochener Metal-Fan war oder normalerweise lieber die sanfteren Gefilde des Progressive Rock bevorzugte, spielte kaum noch eine Rolle. Die Band hatte den Laden im Griff.

Melodien & Zeitreisen

Ribbon Tied Swing und When the Flood Begins

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Simon Moskon live (Photo by Oliver Behrens - CC’n’G)

Mit „Ribbon Tied Swing“ und „When the Flood Begins“ bewegte sich das Konzert anschließend wieder stärker in jene musikalischen Regionen, in denen sich die unverwechselbare Handschrift von The Cryptex besonders deutlich entfaltet. Kompositorische Raffinesse, melodische Vielfalt und diese besondere Fähigkeit, musikalische Komplexität mit einer erstaunlichen Selbstverständlichkeit zu präsentieren.

Simon Moskon nahm zwischenzeitlich wieder hinter seinem Piano Platz. Und genau in diesem Moment konnte ich mir ein breites Grinsen nicht verkneifen. Denn wer sich noch an Roger Hodgson von Supertramp um das Jahr 1977 erinnert, dürfte beim Anblick von Simon ein ausgesprochen interessantes Déjà-vu erleben. Die inzwischen wieder beachtliche Haarpracht, der Vollbart, die Haltung hinter dem Piano. Meine Güte, man hätte beinahe meinen können, jemand hätte Hodgson aus dem Jahr 1977 direkt in Barnaby’s Blues Bar teleportiert. Es fehlte eigentlich nur noch eine Zeitmaschine.

Wobei ich mir nicht sicher bin, ob Simon diesen Vergleich überhaupt nötig hat. Denn bei aller optischen Ähnlichkeit besitzt Moskon längst seine ganz eigene musikalische Identität. Und dennoch: Ein wenig Supertramp-Nostalgie steht ihm ausgesprochen gut. Ich würde sogar behaupten, sie schmeichelt ihm.

Ein persönlicher Höhepunkt

Bloodmoon

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Markus Kleiner (Photo by Oliver Behrens - CC’n’G)

Mit „Bloodmoon“ folgte schließlich einer jener Songs, die für mich persönlich einen besonderen Stellenwert innerhalb des Schaffens von The Cryptex besitzen. Das Stück stammt vom Album Once Upon a Time, das ich nach wie vor zu den bedeutendsten und kompositorisch stärksten Veröffentlichungen der Band zähle.

Natürlich bin ich in dieser Hinsicht möglicherweise nicht vollkommen unbefangen. Schließlich durfte ich selbst an der Produktion dieses Albums mitwirken. Aber auch mit der gebotenen kritischen Distanz eines Musikers und Produzenten bleibt meine Überzeugung bestehen: Once Upon a Time gehört zu den herausragenden Arbeiten von The Cryptex, und „Bloodmoon“ steht für mich ganz vorne.

Diese hymnische Kraft, die melodische Intensität und die Fähigkeit, einen Song gleichermaßen anspruchsvoll wie unmittelbar zugänglich zu gestalten, machen ihn zu einem besonderen Erlebnis. Live entfaltete die Komposition ihre volle Wirkung. Kraftvoll, rockig und mit jener professionellen Selbstverständlichkeit vorgetragen, die sich bereits durch den gesamten Abend zog. Wer den Text kannte, konnte kaum anders, als mitzusingen. Und wenn ein solcher Song mit dieser Klangqualität durch den Raum schallt, wird aus einer kleinen Blues Bar für einige Minuten eine ziemlich große musikalische Bühne. Ganz ohne zusätzliche Quadratmeter.

Facetten & Persönlichkeit

How Many Days, Holy Ground und Nimbus

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The Entity (Photo by Oliver Behrens - CC’n’G)

Mit „How Many Days“, „Holy Ground“ und „Nimbus“ setzte die Band ihren musikalischen Streifzug fort. Drei Kompositionen, die einmal mehr verdeutlichten, wie vielseitig sich The Cryptex innerhalb ihres eigenen musikalischen Kosmos bewegen. Zwischen melodischer Eingängigkeit, progressiven Arrangements und druckvollen Rockpassagen blieb genügend Raum für jene musikalischen Feinheiten, die den besonderen Charakter dieser Band ausmachen.

Mindestens ebenso unterhaltsam wie die musikalische Darbietung war die Art und Weise, wie Simon Moskon mit seinem Publikum umging. Zwischen den Songs suchte er immer wieder den direkten Kontakt zu den Anwesenden, kommentierte mit Humor, nahm sich selbst nicht übermäßig ernst und bewies ein bemerkenswertes Gespür für die Atmosphäre im Raum.

Dabei wäre es beinahe eine Untertreibung, ihn lediglich als Entertainer zu bezeichnen. Er ist in vielerlei Hinsicht das kreative Herz und die Seele von The Cryptex. Ein Musiker, der einen erheblichen Teil der Kompositionen verantwortet, gleichzeitig aber offen für die kreative Zusammenarbeit mit seinen Bandkollegen und anderen Musikern bleibt. Gerade diese Offenheit zeichnet für mich große Künstler aus.

Seine Fähigkeit, selbstironisch mit dem Publikum zu kommunizieren, macht ihn darüber hinaus ausgesprochen sympathisch. Man konnte beobachten, wie sich auch jene Gäste, die ursprünglich vielleicht nur auf ein Getränk vorbeigekommen waren, immer stärker auf die musikalische Darbietung einließen. Simon musste niemanden künstlich zum Mitmachen animieren. Die Begeisterung entwickelte sich ganz von selbst.

Gemeinsam im Refrain

Devils Casino und Two Horned Crown

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Audience Barnabys Blues Bar 2026

Mit „Devils Casino“ folgte anschließend ein weiterer Höhepunkt des Abends. Bereits auf Nimbus hatte sich diese Komposition für mich als einer der herausragenden Songs des Albums erwiesen. Und auch live bestätigte sich dieser Eindruck. Der Song besitzt eine unmittelbare Wirkung, die sich nur schwer ignorieren lässt. Besonders bemerkenswert war erneut der hohe Mitsingfaktor. Es ist schon eine besondere Qualität, wenn eine Band musikalisch anspruchsvolle Kompositionen schreibt, ohne dabei die Fähigkeit zu verlieren, ihr Publikum unmittelbar zu erreichen. Bei „Devils Casino“ ging diese Rechnung jedenfalls vollständig auf. Und anders als in einem gewöhnlichen Casino gab es an diesem Abend ausschließlich Gewinner. Allen voran das Publikum.

Mit „Two Horned Crown“ griffen The Cryptex anschließend erneut auf ihr großartiges Album Once Upon a Time zurück. Für mich ein weiterer Höhepunkt des Konzerts. Die Band hatte inzwischen selbst jene Gäste erreicht, die zuvor kaum Berührungspunkte mit ihrer Musik gehabt hatten. Sogar die Servicekräfte schienen sich der Atmosphäre nicht entziehen zu können. Das will etwas heißen. Schließlich gehört es nicht unbedingt zu den alltäglichen Aufgaben einer Servicekraft, zwischen Getränkebestellungen und Gläsern auch noch eine musikalische Offenbarung zu verarbeiten.

Der vermeintliche Abschied

Son of Fortune und Abyss

Mit „Son of Fortune“ und „Abyss“ näherte sich das Konzert schließlich seinem vermeintlichen Ende. Die Band verabschiedete sich zunächst von der Bühne, und nun geschah etwas, das mich besonders freute.

Wer regelmäßig kleinere Clubkonzerte besucht, kennt die Situation. Eine Band beendet ihren Auftritt, das Publikum applaudiert freundlich, einige wenige rufen vielleicht noch zaghaft nach einer Zugabe, während andere gedanklich bereits bei ihrer Jacke oder dem nächsten Getränk angekommen sind.

Nicht so an diesem Abend. Ausgerechnet jene Gäste, die The Cryptex zuvor überhaupt nicht gekannt hatten, begannen lautstark nach einer Zugabe zu verlangen. Immer mehr Stimmen schlossen sich an, bis schließlich die gesamte Barnaby’s Blues Bar nach einer weiteren musikalischen Runde verlangte.

Für mich war das einer der schönsten Momente des Abends. Denn was könnte eine größere Anerkennung für eine Band sein, als Menschen zu begeistern, die ursprünglich überhaupt nicht ihretwegen gekommen waren? The Cryptex hatten nicht nur ihre treuen Anhänger überzeugt, sondern ganz offensichtlich auch neue gewonnen.

Die Zugabe

Anthem of Glory

Natürlich ließen sich The Cryptex nicht lange bitten. Mit „Anthem of Glory“ kehrte die Band für ihre Zugabe zurück und bescherte dem Publikum einen ebenso kraftvollen wie würdigen Abschluss. Ein Song, dessen bombastischer Charakter geradezu prädestiniert dafür ist, einen solchen Konzertabend zu beschließen.

Während des ausladenden Outros verabschiedeten sich die Musiker schließlich von ihrem Publikum. Anschließend waren sie am gut besuchten Merchandise-Stand anzutreffen, während der Abend allmählich ausklang.

Das Fazit

Große Kultur braucht nicht immer große Bühnen

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Simon Moskon live (Photo by Oliver Behrens - CC’n’G)

Ich hatte Barnaby’s Blues Bar mit einer gehörigen Portion Skepsis betreten. Die räumlichen Verhältnisse hatten Erinnerungen an längst vergangene Auftritte geweckt, bei denen musikalischer Enthusiasmus und akustische Realität nicht immer eine besonders glückliche Beziehung eingegangen waren. Doch The Cryptex und ihr Team bewiesen eindrucksvoll, dass Professionalität, musikalisches Können und Leidenschaft selbst unter schwierigen räumlichen Voraussetzungen ein hervorragendes Konzerterlebnis ermöglichen können.

Dank Barnaby’s Blues Bar und The Cryptex konnten an diesem Abend sowohl eingefleischte Fans als auch neugierige Gäste anspruchsvolle Musikkultur unmittelbar erleben. Auch jene, die vielleicht nur zufällig den Weg in die Bar gefunden hatten.

Genau darin liegt für mich eine besondere Bedeutung solcher Veranstaltungen. Musik muss Menschen erreichen können. Sie muss überraschen, begeistern und gelegentlich auch jene überzeugen dürfen, die ursprünglich überhaupt nicht vorhatten, sich für sie zu interessieren. Und genau das ist The Cryptex an diesem Abend auf bemerkenswerte Weise gelungen.

Denn eines steht für mich außer Frage: The Cryptex sind nicht einfach nur eine weitere Band innerhalb der Progressive-Rock-Szene. Sie sind ein maßgeblicher Teil unserer gegenwärtigen Musikkultur. Wer daran noch Zweifel haben sollte, dem empfehle ich, sich diese Band bei nächster Gelegenheit live anzusehen.

Die Größe der Bühne spielt dabei offensichtlich keine Rolle. Solange The Cryptex darauf Platz finden.

Zum Nachhören / Die Setlist

The Cryptex – Age of Collapse Tour 2026/2027

Die Songs des Abends in Konzertreihenfolge – direkt zum Anhören. Die als Livevideo gekennzeichneten Links zeigen Aufnahmen anderer Konzerte.

06How Many Days

Spotify ↗ Bandcamp ↗

07Holy Ground

Spotify ↗ Bandcamp ↗

11Son of Fortune

Spotify ↗ Bandcamp ↗

13Anthem of Glory / ZUGABE

Bandcamp ↗ YouTube · Livevideo ↗

Intro und Outro sind nicht als eigenständige Songs verlinkt.

Entdecken / Weiterklicken

The Cryptex & die Konzertlocation

The Cryptex – Offizielle Bandwebsite ↗

TikTok & weitere Links ↗

Tour Dates ↗

Merchandise ↗

Official Videos ↗

Barnaby’s Blues Bar – Konzertlocation ↗

Fotografie

Die entsprechend gekennzeichneten Konzertfotos stammen von Oliver Behrens – CC’n’G.

André Fedorow – Autor des Konzertreviews

Konzertreview von André Fedorow

Founder & Editor-in-Chief – Sound of Prog Magazine & Radio

Trackliste

  1. Everglow
  2. Cobra
  3. Ribbon Tied Swing
  4. When the Flood Begins
  5. Bloodmoon
  6. How Many Days
  7. Holy Ground
  8. Nimbus
  9. Devils Casino
  10. Two Horned Crown
  11. Son of Fortune
  12. Abyss
  13. Anthem of Glory

Besetzung und Produktion

Simon Moskon – Lead vocals, bass guitar & piano

The Entity – Electric guitar

Markus Kleiner – Drums